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Geschichte Capoeira

Geschichte der Capoeira

Geschichte der Capoeira

Die Kunst der Capoeira wurde in Brasilien von schwarzen Afrikanern, den Bantos Congos aus Angola, ins Leben gerufen. Sie wurden im 16. Jahrhundert als Sklaven von den portugiesischen Kolonialherren auf Schiffen nach Brasilien verschleppt. Es existieren verschiedene Theorien über die Herkunft der Capoeira. Die am meisten anerkannte beschreibt sie als eine Mischung aus verschiedenen Tänzen, Kämpfen und Ritualen aus den unterschiedlichsten Regionen Afrikas. Unabhängig von ihrem Ursprung ist die Capoeira eine Form des Widerstandes afrikanischer Sklaven, ein Instrument der Befreiung des Schwarzen gegen ein dominantes und unterdrückendes System.

Capoeira entwickelte sich weiter, als die Sklaven begannen, sich gegen Ihre “Herren” (Senhores) aufzulehnen und sich ihrer hoffnungslosen Situation bewusst zu werden. Capoeira wurde von ihnen in den Senzalas (Terrain mit Häusern, wo die Sklaven lebten, arbeiteten und aßen) in den Zeiten der Ruhepause praktiziert, um sich auf Kampfsituationen vorzubereiten. Damit die Senhores nicht misstrauisch wurden und ihre Bewegungen als kämpferisch ansahen, ließen sie die Ginga und die Musik als weitere Elemente in ihren Kampftanz mit einfließen. Die Sklaven flohen aus den Senzalas und gründeten aus ihrem Freiheitsdrang heraus Quilombos (eigenständige Territorien, in die sich die Sklaven flüchteten, um ihre Kultur und afrikanischen Traditionen zu bewahren). Das größte und bedeutendste war das Quilombo dos Palmares, die soziale und freie Republik (Bundesstaat Pernambuco): es hatte gegen 1670 ca. 50.000 Ein- wohner (Schwarze, Weiße, Mestizen, Mulatten).

100 Jahre lang leisteten die Capoeiristas im Quilombo dos Palmares mit ihrem legendären Anführer Zumbí waffenlosen Widerstand gegen die Portugiesen und später auch gegen die Holländer, die sogar Kanonen bauen ließen, um Palmares auszuräuchern. Die Sklaverei wurde in Brasilien am 13. Mai 1888 abgeschafft. Kurz nach der Proklamation der Republik Brasilien (1889) wurde die Capoeira von Marechal Deodoro als verboten erklärt und diese Passage erst im Jahre 1937 durch den Einsatz von Mestre Bimba aus dem Gesetzbuch gestrichen. Mestre Bimba wurde 1930 vom Präsidenten Getulio Vargas für eine Capoeira-Vorführung in den Palacio da República eingeladen. Sie wurde von allen mit viel Applaus bedacht und positiv aufgenommen und vom Präsidenten als “authentische Kunst des brasilianischen Volkes” legalisiert. Die Kunst der Capoeira hatte somit ihren Befreiungskampf gewonnen.

Die erste registrierte Capoeira-Schule wurde offiziell 1932 von Mestre Bimba in Salvador da Bahia gegründet: “Centro de Cultura Física e Capoeira Regional da Bahia” (Zentrum für kulturelle Leibeserziehung und Capoeira Regional von Bahia). Laut Mestre Bimba gab er seiner modernen Art Capoeira zu spielen – im Vergleich zur traditionellen Capoeira Angola – den Namen Regional, weil er andere Kampfstile und akrobatische Bewegungen aus der Umgebung Salvador da Bahias mit einfließen ließ. So kreierte er den ästhetischen, mehr kämpferisch-artistischen Capoeira-Stil. Mestre Pastinha, der die Capoeira Angola entscheidend prägte, gründete sein “Centro Esportivo de Capoeira Angola” (Sportcenter für Capoeira Angola) im Jahre 1941. Capoeira Angola ist die “capoeira mãe”, die Mutter der Capoeira. “Capoeira é tudo que a boca come” (Capoeira ist alles, was der Mund ißt), so beschrieb sie Mestre Pastinha in diesem berühmten Ausspruch.